Mähroboter in openHAB – MOVA 1000 zieht ein
Seit dem Start meiner openHAB-Installation wandert nach und nach jedes Gerät im Haus in die Zentrale: Lampen, Rollos, Kameras, Auto, Vogelhaus. Der MOVA 1000 hat sich allerdings hartnäckig gewehrt. Er dreht seit zwei Sommern zuverlässig seine Runden, war im Dashboard aber ein blinder Fleck: eigene App, eigene Cloud, kein Kontakt zum Rest des Systems. Das hat sich jetzt geändert, denn für Dreame- und MOVA-Mäher gibt es endlich ein eigenes openHAB-Binding. Juhu :)
Account-Thing und der Mäher ist da
Ronny hat im openHAB-Marketplace ein Dreame Robotic Mower Binding veröffentlicht, das seit der Version 5.3.0 Beta 2 auch MOVAhome-Accounts unterstützt. Vorher gab es für den Mäher auch Möglichkeiten, aber die Umwege über Home Assistant o.ä. haben mich ein wenig abgeschreckt. Jetzt geht es direkt.
Die Einrichtung ist denkbar einfach:
- Binding aus dem Community Marketplace installieren (oder das JAR ins
addons-Verzeichnis legen). - Ein „Dreame Account“-Thing anlegen, dort MOVAhome auswählen.
- Die gleichen Zugangsdaten und den zweistelligen Ländercode eintragen, die du auch in der App nutzt.
- Warten, bis der Account online ist – danach taucht der Mäher automatisch in der Inbox auf.
Getestet wurden bisher ein Dreame A1 Pro 2000 und mein MOVA 1000. Was danach an Channels bereitsteht, ist deutlich mehr als „Start“ und „Stopp“: Akkustand, Betriebs- und Ladezustand, Fehlerinformationen, Position und Fahrtrichtung, Mähfortschritt, Statistiken, Docking- und Signalinfos. Dazu die gespeicherten Karten und Mähzonen, gerendert als SVG oder PNG (die PNG-Variante läuft auch in der Basic UI). Zonen lassen sich einzeln anstoßen, die Schnitthöhe je nach Modell sogar elektronisch verstellen. Statusupdates kommen per MQTT quasi in Echtzeit, ergänzt um HTTPS-Polling. Wenn ihr andere Modelle von MOVA habt, ist Feedback vermutlich herzlich willkommen :)
Nun auch mit Regeln
Die spannende Frage ist ja: Was bringt das über die Herstellerapp hinaus? Für mich vor allem, dass der Mäher endlich Teil von Regeln wird statt eine Insel zu sein.
Das offensichtlichste Beispiel ist das Wetter. openHAB kennt die Vorhersage und meinen Regensensor – der Mäher fährt also gar nicht erst los, wenn in zwei Stunden ein Schauer angekündigt ist, und kommt bei Bedarf früher heim.
Auch möglich: Ist Bewegung im Garten, braucht nicht gemäht werden. Niemand muss mehr das Handy suchen, um den Mäher wegzuschicken, wenn spontan Besuch auf der Wiese sitzt.
Zusätzlich kann ich die Benachrichtigungen nun zentralisieren. Fehlerzustände laufen jetzt über denselben Kanal wie alles andere im Haus. Und weil der Docking-Status als Item vorliegt, weiß ich auch, ob er sauber in seiner Garage steht. Die ist bei mir übrigens die Unterkonstruktion vom Hochbeet 4.0 – der Parkplatz unter dem Beet schützt vor Sonne und Regen.
Nettes Nebenprodukt: Mähzeiten, Akkuzyklen und Fortschritt landen in der Persistenz – bei mir in der MariaDB. D.h. Statistische analysen können – wenn man dann will – wirklich präzise durchgeführt werden.
Wermutstropfen Cloud
Ganz ohne Kritik geht es nicht: Das Binding spricht die privaten Cloud-APIs von Dreamehome bzw. MOVAhome an. Eine lokale Anbindung gibt es nicht. Für ein Gerät, das ohnehin nur mit Cloud-Account nutzbar ist, kann ich damit leben.
Unterm Strich: Nach zwei Jahren ist eine der letzten Lücken in meinem Setup geschlossen. Wer noch mehr Integrationsmöglichkeiten lesen möchte findet sie gesammelt unter openHAB. Viel Spaß beim Nachbauen! :-)
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