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Generation Gadget

16 Dezember 2010, 5.846x angezeigt, Ein Kommentar
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Tablet vs. Netbook - iOS vs. MeeGo

Tablet vs. Netbook? iOS vs. MeeGo?

Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu. Festzustellen ist, dass die Menschheit scheinbar nicht mehr privat sein will, technischen Gadgets wie Tablets oder Smartphones mit Twitter-,Youtube- und Facebook-App sei Dank. Jeder muss unbedingt dem Umfeld zu jeder Tageszeit mitteilen, was er gerade tut. Anstrengend und selbstlos zugleich, offenbart man doch dem Internet seine Wünsche, Gedanken und sein Tun.

Diese Standleitung zur Außenwelt scheint heute Pflicht, will man dazugehören. Irgendwie komisch, dass gerade in der Zeit der Selbstdarsteller, Urlaubsangebote mit Wellness hoch im Kurs stehen. Dabei wird einem doch durch die neuste Windows7 Phone Werbung suggeriert, dass eben eine solche mediale Dauerpräsenz nicht zeitaufwändig oder anstrengend wäre. Welch Ironie. Ich möchte in diesem Artikel jedoch keinen naiven Technikrückblick über das meiner Meinung nach sehr innovationsreiche Jahr 2010 geben, sondern einen Big-Player dieses Jahres kritisch hinterfragen: Google

Zuerst jedoch ein kleiner Einwurf:
Spätestens seit der in Deutschland herrschenden Debatte über die Immigrationspolitik und deren Folgen, sollte einem ins Gedächtnis gerufen worden sein, wie es um Individualisierung in unserer heutigen Gesellschaft bestellt ist. Natürlich ist dies ein harter Vergleich, aber ein Jeder sucht heute einen Weg, sich von Anderen (bewusst) abzugrenzen und sich so, für sich selbst befindlich, besser darzustellen.

Im Bezug auf das Technik-Jahr heißt das, ich forme die Technik nach meinen Wünschen und individualisiere sie soweit es geht – das ist der deutlich gewordene Trend. Ich kann Systeme so für mich anpassen, dass sie mir ein Gefühl von Einzigartig- und Vollkommenheit geben. Wir kommen der Sache langsam näher. Die wichtigsten Technik-Themen des Jahres waren Gadgets wie Smartphones und Tablets. Fast Jeder will eins, muss eins haben (soviel zu wahren Individualisierung). Apple hat es sehr erfolgreich vorgemacht, lange aber war keine Konkurrenz in Sicht. Über den Umgang mit der Programmgebundenheit bei Apple-Geräten kann man streiten, jedoch soll dies jetzt nicht Thema sein. Nach Apple folgten im 3. Quartal diesen Jahres weitere Tablets, die meist alle eins gemeinsam haben: Googles Smartphone-OS Android. Obgleich dieses erst in der kommenden Version 3.0 wirklich für Tablets optimiert werden soll, ist es auf den heutigen Tablets schon vertreten; Und zwar, weil es sich in einer Rekordzeit zum erfolgreichen Smartphone Betriebssystem gemausert hat.

Soviel zum Guten. Kern meines Textes sollte ja ein Gedankenanstoß über die Entwicklung der Technik sein, dazu kommen wir nun.

Das waren Zeiten: SMS und telefonieren hat ausgereicht

Das waren noch Zeiten: SMS und telefonieren hat ausgereicht (Quelle: Wikipedia: Nokia 3310)

Eine mögliche Individualisierung des Handy, egal ob bei Apple, Google Android oder Microsoft Windows7 Phone bringt so einiges Überlegenswertes mit sich. Wie schon oben, nehme ich speziell das Beispiel Android, da dieses von Google programmiert wird und so natürlich nicht aus dem bereits bekannten Google-typischen Rahmen fällt. Google als Weltkonzern, hat es sich zur Aufgabe gemacht – wie auch immer – an Informationen der User zu kommen. Dieses Thema ist im Spätsommer auch in Deutschland hochgekocht, als Google seinen Dienst Streetview gestartet hat. Doch nach kurzem Aufschrei geht diese Sammelaktion „unbemerkt“ weiter. Nichts anderes geschieht auch durch Android, welches, wenn als Betriebssystem für das Handy verwendet, Google die Möglichkeit einräumt, sich Informationen von dem Handy zu suchen. Drastischer und im Windows-Sinne ausgedrückt: das System Versucht „nach Hause zu Telefonieren“.

Einen Schritt weiter gehen kommende Betriebssysteme für Netbooks wie Google Chrome oder JoliCloud. Diese sind, wie im Namen JoliCloud schon enthalten, auf dem Cloud Computing basierende Betriebssysteme. Sie speichern die vom User genutzten Daten größtenteils nicht intern auf dem Speichermedium, sondern schicken sie zum Speichern in die Cloud, einem externen Speicherserver. Da es, wie ich gelesen habe, in Amerika durch das NSA möglich sein soll, solche Server von amerikanischen Firmen ohne Durchsuchungsbefehl zu durchsuchen, stellt sich hier bei mir, genauso wie im Bezug auf Android, die Frage nach der Anonymität im Netz. Will ich wirklich meine Geräte größtmöglich an mich anpassen, wenn ich dadurch für Firmen und evtl. dem Staat zum oft genannten „gläsernen User“ werde?

Dank EULA gehören uns ja heutzutage viele Produkte nicht mehr und erlauben so den Firmen Zugriff auf meine Daten. Abzuwarten bleibt, inwiefern solche Befürchtungen meinerseits bestätigt werden und ob es demnächst keine anderen Alternativen mehr geben wird, da diese durch die immer mächtiger werdenden Konzerne (Ja, Wissen ist Macht) bedeutungslos werden.

Ich war zu Anfangs sehr an Android und Chrome interessiert, da ich vor allem Chrome gerne als Alternative zu Windows7 Starter – als Entertainment-OS zum surfen, e-Mails schreiben etc. – auf einem Netbook ausprobiert hätte. Ebenso war ich von den Möglichkeiten im Smartphone Bereich fasziniert, da das „performancehungrige“ Android das Zugpferd für die Entwicklung in der Handyindustrie darstellt. Die oben angesprochenen Punkte haben mich aber zu dem Entschluss kommen lassen, sich in anderen Bereichen umzusehen. Wenn man so will, wieder eine Individualisierung – gegen den Mainstream.

Als Alternative habe ich eine bestimmte Linux Variante im Auge: MeeGo. Diese ist nicht nur für Laptops und Netbooks geeignet, sondern wurde vom Handyriesen Nokia als Alternative zu seinem jetzigen Betriebssystem Symbian vorgestellt. MeeGo’s Vorgänger, Maemo, wurde bereits als Handy Betriebssystem auf dem Nokia N900 ausgeliefert. Ich werde demnächst auch einen Bericht über den Umgang mit MeeGo als Netbook OS online stellen und euch meine Eindrücke mitteilen (soviel zum Gläsernen User).

Es scheint also doch noch Hoffnung zugeben, wenn man sich nicht für etwas Gängiges oder eine Ausspähung entscheiden will. Bleibt zu hoffen, dass Firmen wie Google nicht in 5 Jahren Plätze im UN-Sicherheitsrat inne haben oder sich zu Schandtaten mit unseren Daten hinreißen lassen ;)

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Steven Heinze Autor
Name: Steven Heinze
Posts: 8 Posts

Ein Kommentar »

  • Wellness Wochenende
    Wellness Wochenende sagt:

    Ein sehr schöner und informativer Beitrag. Aus dieser Sicht hatte ich das noch gar nicht gesehen. Wirklich sehr interessant. Vielen Dank. Ich freue mich schon auf weitere Beiträge.

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